Kemenate FrauenWohnung

Kemenate

"Kemenate FrauenWohnung“ des Kemenate FrauenWohnen e.V.

 

 

Der Zonta-Club Hamburg hat das Projekt „Kemenate FrauenWohnung“ zusammen mit dem Kemenate e.V. seit seiner Gründungsphase begleitet. Das Projekt bietet wohnungslosen Frauen Unterstützung auf ihrem Weg aus der Obdachlosigkeit zurück in die Gesellschaft , indem eine Übergangswohnung für mehrere Monate und eine psycho-soziale Begleitung zur Verfügung gestellt werden. Unser Club hat bei der Suche nach einer ersten Projektwohnung vermittelt und die Hälfte der Kosten der pschycho-sozialen Begleitung im ersten Förderzeitraum übernommen. Dies soll den Frauen helfen, Sicherheit und Selbständigkeit (wieder) zu erlangen, um in ein selbstbestimmtes Leben starten zu können. Eine fachlich kompetente Betreuung ist dabei existenziell, denn ohne sie besteht die Gefahr, dass nicht gelöste Konflikte und Probleme, die zum Verlust der eigenen Wohnung geführt haben, die Frau wieder einholen.

Inzwischen stehen zwei Projektwohnungen für insgesamt drei Bewohnerinnen zur Verfügung. Die erste Bewohnerin konnte erfolgreich in ein eigenständiges Wohn- und Arbeitsverhältnis entlassen werden. Die große Nachfrage von betroffenen Frauen nach einem solchen Schutzraum zur persönlichen Stabilisierung und für die Entwicklung von Perspektiven bestätigt die Notwendigkeit dieses Projekts.

Es gibt keine aktuellen Statistiken zur Zahl wohnungsloser Frauen in Hamburg, die Obdachlosenstudie 2009 hat offiziell 218 Frauen auf der Straße gezählt. Eine Senatsanfrage im Juni beziffert 611 wohnungslose Frauen in öffentlich-rechtlicher Unterbringung, die (Not-)Unterkünfte weisen 122 ganzjährige frauenspezifische Plätze auf, die Fachstellen für Wohnungsnotfälle in Hamburg vermeldeten 700 Personen auf der Warteliste für Wohnraum (Stand 2014). Bundesweit schätzt die BAG-Wohnungslosenhilfe am 1. August 2013 ca. 63.000 alleinstehende, wohnungslose Frauen, ein Viertel der Obdachlosen insgesamt. Den Fachleuten erscheint die Zahl von 218 Frauen für Hamburg vor diesem Hintergrund als deutlich zu gering. Zu den offen auf der Straße lebenden wohnungslosen Frauen im Hamburger Stadtgebiet, die auf bis zu 1.000 Personen geschätzt werden, kommen vermutlich eine Vielzahl von Fällen der so genannten verdeckten Wohnungslosigkeit, bei der Frauen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind oder diese erfahren, bei Familie oder Freunden, bei Bekannten oder in Zweckbeziehungen leben und schon viele Jahre ohne (Melde-)Anschrift sind. Viele betroffene Frauen sind hierdurch physisch und psychisch hoch belastet – was häufig zur offenen Obdachlosigkeit führt.